Archiv für April 2007

Tipps für Serlbstversorger

Die Sonne brennt seit Wochen auf unsere Gärten herab, so darf ich die Gelegenheit nützen, Sie darauf hinweisen, dass Ihre Blumen- und Gemüsebeete sich für eine großzügig angebrachte, dicke Schicht Mulch bestimmt dankbar erweisen würden. Nur so erhalten Sie die verbleibende Feuchtigkeit im Boden, und Ihre grünen Lieblinge werden die Zeit bis zum nächsten Regen unversehrt überstehen.

Als Mulch verwende ich Rasenschnitt oder Laub. Rindenmulch müsste man kaufen, was für mich persönlich nicht in Frage kommt, schließlich schöpft man als Naturgärtner lieber aus den eigenen Quellen. Beim Rasenmähen halte ich mich derzeit auch zurück, denn höheres Gras vermindert naturgemäß Feuchtigkeitsverlust, während kurz geschorene Rasenflächen schon jetzt, Ende April, einen hässlichen Braunstich aufweisen. Sollten Sie kein Laub im Garten lagernd haben, kann ich ihnen nur empfehlen, in Zukunft vorzusorgen. Bekanntlich fallen im Herbst massenhaft Blätter von den Bäumen. Statt sie zu verbrennen, sollten wir sie in den Wachstumskreislauf unserer Gärten einbinden.

Immer wieder bin ich überrascht, wie wenig Verständnis für die Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe auch viele Gartenbesitzer in unseren Breiten haben. Es gibt in der Natur nichts, was nicht weiter verwendet werden könnte. Verrottbares landet auf dem Komposthaufen, dem Herzen jeden gesunden Gartens, Äste und gröbere Gartenabfälle lagern im hintesten Winkel Ihres Grundstücks und bieten dort als „Igelhotel“ Lebensraum und Rückzugsmöglichkeit für viele Tiere.

Selbst für den Fall, dass Sie auf Ihrem Grundstück eine Ölquelle finden, wird sich eine Nutzung dafür finden. Zur Abrundung Ihres Selbstversorger-Portfolio wäre so ein Fund gar nicht von Übel. So wäre Ihre Mobilität gesichert und Ihr persönlicher Energiebedarf im Verbund mit Solaranlage, Erdwärmepumpe und Kachelofen zu 100% abgedeckt.

Ich selbst hege allerdings auch gewisse Vorbehalte gegenüber einer Öl- oder Gasförderung im eigenen Garten. Das technische Equipment kommt schon einmal optisch nicht an eine Gartenhütte aus dem Hause Fürst/Willersdorf, oder eine Apollostatue aus einem Unterwarter Gartencenter heran – und selbst wenn man die Pumpen mit Efeu, Clematis und Geißblatt überwachsen ließe, so würde man dem Duft der blühenden Glyzinie gegenüber dem der Gaspipeline doch eindeutig den Vorzug geben.

Der Gedanke mag hier, in einer mit Thermalwasser gesegneten Region, abwegig erscheinen. In Oklahoma hingegen sind Gas- und Ölpumpen auf Privatgrundstücken keine Seltenheit. Die werden allerdings, das sei eingeräumt, nicht privat betrieben. Die Oklahomarische Gas- und Erdölfördergesellschaft besorgt das für die Leute. Eine Art BEGAS mit eigener Förderung sozusagen.

Ein eigenes Ölfeld fände ich schon interessant, eventuell noch auf Oberschützer Hotter, aber doch weit genug weg, dass mir und meinen Mitbürgern, die ja dann größtenteils meine Angestellten wären, keine Lärm- oder Geruchsbelästigung entsteht. Dagegen könnten sich nämlich schnell Bürgerinitiativen bilden (wir erinnern uns an Zwentendorf oder Hainburg), und wer einmal die Kronenzeitung gegen sich hat, der kann in Österreich gleich einpacken – auch mit Ölquelle.

So bleibe ich vorläufig lieber beim Komposthaufen als Energiequelle für meinen Garten und beim Schreiben erhebender Lieder als Basis für meinen Wohlstand.

Wussten Sie, dass in Saudi Arabien zwischen den „sand-rich“, dem alten Landadel, und den „oil-rich“, den durch Öl aufgestiegenen Neureichen, unterschieden wird? In Oberschützen hingegen gibt es die „land-rich“, die Besitzer und Pfleger von Grund und Boden und die „time-rich“, die mit viel Urlaub.

Selbstgebastelte Fußballzeitungen

Ein Artikel in den Oberösterreichischen Nachrichten hat mich so gerührt, dass ich ihn hier gerne verlinke. Meine Präsentation des Südburgenlandes hat in Linz offenbar einigen Eindruck hinterlassen, jedenfalls hat mich die Presse kurzerhand zum Tourismusdirektor gemacht. Die Idee gefällt mir ganz gut – theoretisch. Man sollte das Projekt „Torismusdirektor“ auf alle Fälle andiskutieren.

Andiskutieren – in Modewort, das ich heute unbedingt unterbringen wollte. Etwas ausdiskutieren bedeutet ja, es zu Ende zu diskutieren und zu einem Ergebnis zu kommen. Davor wollen wir uns natürlich hüten , denn das würde ja bedeuten, dass wir Taten folgen lassen müssten. Andiskutieren bleibt unverbindlich…

In Eisenstadt durfte ich gestern eine illustre Runde von Medienvertretern und Sponsoren der burgenländischen Leichtathletik unterhalten. Das Laufteam Burgenland unter Rolf Meixner hatte geladen, ich brachte ein paar Nummern aus meinem kabarettistischen Repertoire und erzählte Schnurren aus unserer Jugend. Rolf war nämlich Mitbegründer des 1.FC Admira Oberschützen und des Austria-Bayern-Fanclubs, der etliche Mitglieder zählte. Mitgliedsbeitrag waren 15 Schilling im Monat. Dafür bekamen Fans die selbst-kopierte Klubzeitung zugeschickt und konnten Autogrammkarten von Toni Polster et al bestellen. Cool, gell!?!

Rolf hat die Idee von Klubgründungen in der Leichtathletik erfolgreich weitergeführt. Nur geht es diesmal um österreichische Meistertitel und internationale Wettbewerbe, also in etwas größerem Rahmen als zu Zeiten des 1.FC Admira Oberschützen. Statt im Pfarramt selbstgebastelte Fußballzeitungen zu kopieren, verkehrt er nun mit den Granden der burgenländischen Politik und Wirtschaft und denen des österreichischen Sports.

Aber man wird eben älter, und somit ändern sich auch die Ansprüche. So war mir als Jugendlicher die Idee völlig fremd, dass Geld im Fußball irgendeine Rolle spielen könnte. In meiner Vorstellungswelt kickte man einfach des Kickens wegen. Ob Fußballer viel oder wenig verdienen, war mir völlig egal, dazu fehlte mir einfach der Bezug.

Das hat sich aber grundlegend geändert, und nun konzentriert sich all mein Streben auf die Anhäufung eines Vermögens. Übrigens: Ich habe zwei neue Gemüsebeete angelegt, da werden in den kommenden Monaten Tomaten, Fisolen, Salat und Rettiche meine Lebensqualität (und die der spanischen Wegschnecken) verbessern.

Air-Gitarren-Competitions und Busenwiegen

Wie’s aussieht, werde ich am 28.4. als einziger Vertreter Oberschützens beim Aschauer Dämmerschoppen dabei sein. Meine jungen Mütter lassen mich diesmal offenbar im Stich. Das werden sie aber schon beim nächsten Jättermin bitter bereuen.

Hier in der Schützenstrasse geht alles seine geordneten Wege. Die Schotterstreifen an den Straßenrändern, letzte Boten des vergangenen Winters, sind längst weggefegt, die Tujen-Hecken erinnern uns an die goldenen 70er-Jahre, und die Ladies-Night-Plakatwand der Diskothek Coco-Loco in Pinggau, Pinzgau oder Grafenschachen (ich hab’s vergessen) verleiht dem oberen Ende unserer Straße weiterhin ein Kemeter-Gewerbegebiet-Flair. Air-Gitarren-Competitions werden da beworben, das stelle ich mir recht cool vor. Dazu brauchert ich aber nicht ausgehen, die mache ich daheim ohnehin mit meinem Neffen.

Was ich noch vermisse, ist die Ankündigung zum legendären Busenwiegen. Um das klar zu stellen: Hier werden Körperteile nicht im Takt durch die Nächte geschaukelt, es geht hier um einen Wettbewerb, den jene Teilnehmerin gewinnt, die am meisten Gewicht auf die Waage bringt.

Die Bewohnerschaft des ehrwürdigen Schulorts Oberschützen kann sich solches Tun gar nicht recht vorstellen. Ich werde dem Istvanits Edi einen Deal vorschlagen, so ein Gewichteheben auch bei ihm zu veranstalten. Vielleicht kann man die Vereine mit einbinden – das finde ich in einer Dorfgemeinschaft immer ganz besonders wichtig. Organisieren würde ich die ganze Sache natürlich selber, der Reingewinn käme dann der neuen Schaukel am Spielplatz Süd, Ecke Schützenstrasse/ Bruckgasse, zugute. Oder auch dem geplanten Altenwohnheim.

Apropos: Wussten Sie, dass das Südburgenland den höchsten Anteil an Rotlichtlokalen pro Einwohner in Österreich hat? Oder wussten Sie, dass es im Südburgenland 78 Millionen Bäume gibt?

Wenn ich wüsste, wie viele Rotlichtlokale in Betrieb sind und wie viele Aktive dort beschäftigt sind, könnte ich Ihnen auch sagen, wie viele Bäume es pro Puff und wie viele es pro Fräulein gibt. Ich habe aber Bekannte bei der Bezirkshauptmannschaft, beim Naturschutzbund und beim Südburgenland-Tourismus und gehe davon aus, dass ich die entsprechenden Statistiken demnächst an Sie weitergeben werde können.

78 Millionen Bäume auf die 100.000 Einwohner des Südburgenlandes, das ergibt 780 Bäume pro Person. Und wer hat sie gezählt?

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Ein typischer Arbeitstag in der Schützenstrasse

Bravsein? Sein allein reicht.

Hier in der Schützenstrasse 33 gehen die Badminton-Schlachten unvermindert weiter. Nur hie und da stört aufkommender Wind die Flugbahn des Federballes. Natürlich verbringen wir unsere Zeit nicht ausschließlich mit Brot und Spielen, auch wenn der zeitgenössische kunststoff-beschuhte Gentleman sich damit schon fast begnügt.

In meiner Kindheit hieß der Gentleman noch „Kavalier“. Ich selbst war mit fünf ein Prototyp des postfeudalistischen Kavaliers. Großtanten und sonstige Großbürgerliche, mit denen ich damals von Zeit zu Zeit zu tun hatte, waren von meinen vorbildlichen Manieren, vor allem meinem „Diener“, stets beeindruckt. Pez-Zuckerl und Drageekeks, MAOAM und Mannerschnitten fanden in beträchtlichen Mengen den Weg in meine Schatzschatulle.

Auch die Großeltern schwärmten von meinem disziplinierten Verhalten während ihrer ausgedehnten Mittagsschläfchen. „Brav“ nannte man das damals. Gibt es diesen Ausdruck heute überhaupt noch? Oder heißt das heute einfach „konsensfähig“ oder „verhaltensunauffällig“ ? Der MAOAM-Trick, wir können es täglich beobachten, wird von den Erwachsenen jedenfalls noch immer angewandt. Nur kommen die Kleinen jetzt auch ohne „Bravsein“ an die Leckereien. „Sein“ allein reicht auch schon.

Was ich bei Omis und Tanten an gutem Benehmen investierte, holte ich mir zuhause bei Eltern und Schwestern mit Wutausbrüchen und Zornestiraden wieder zurück. Brio-Eisenbahnen, Loks genauso wie Schienen, bewegten sich raketengleich durchs Kinderzimmer und fanden dabei leider auch manchmal ihr Ziel. Meiner Schwester zartes Köpfchen musste zweimal ambulant behandelt werden. Die Nahtstellen sind heute, nach 30 Jahren, kaum mehr zu sehen.

Gleichsam als Buße propagiere ich deshalb heute die „neue Behutsamkeit“ – weil’s mit der „alten Behutsamkeit“ eben nicht so funktioniert hat.

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Okmulgee meets Oberschützen

Gentlemen in Sandalen

Ich hatte heute Nachmittag das Vergnügen, mit dem 7-jährigen Amerikaner Jonathan Jones einige Runden Badminton zu schlagen. Obwohl wir uns darüber einig sind, dass es sich dabei um ein Spiel für Gentlemen handelt, verzichteten wir auf weiße Schuhe, weiße Hose und Poloshirt. Lederhose und Sandalen dominierten die Outfits, Gras und Erde hinterließen naturgemäß ihre Spuren, Gentlemen hin oder her.

Dieser austro-amerikanische Schlagabtausch fand auf meinem bescheidenen Anwesen zwischen Weichselbaum und Schaukel, Rosenbeet und Eibe statt. Das Equipment bestand, für Gentlemen selbstverständlich, aus echten Bambusschlägern, sowie Bällen mit Korkkopf und echten Federn. Geliefert wird dieses hochwertige Gerät von der Firma Manufactum, deren Werbeslogan „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ für sich selbst spricht.

Gartenspiele sind meine heimliche Leidenschaft. Da gehört Boule genauso dazu wie Croquet, Volleyball, Frisbee, Vater-leich’-ma-d’Scher’, Abtatschen und alles, was so zum Repertoire unserer Kindheit gehörte. Frühstück, Mittag- und Abendessen im Garten, Picknicks, Kaffee am Tümpel und das letzte Glas von meinen 11 Frauen unterm Sternenhimmel, bevor der Schlaf sich quasi von selbst einstellt.

Da trifft es sich eben gut, wenn Mr. Jones sich hier ein Stelldichein gibt. Spielen gehört neben Essen und Schlafen zu seinen Kernkompetenzen. Wir können also Interessensüberschneidungen trotz kultureller Unterschiede feststellen, womöglich sogar Seelenverwandtschaft.

Apropos: Zur Stärkung unserer Seelen nahmen wir heute Nachmittag an der Kreuzwegprozession bei der katholischen Kirche in Bad Tatzmannsdorf teil. Mein Gast verstand zwar nichts, gab sich mir gegenüber trotzdem beeindruckt. Ein wohlerzogener junger Mann – alte Schule, versteht sich.

Etwas später gestand er mir allerdings, dass trotz allem „Spielen noch mehr Spaß macht als Kirchgang“.

Höhepunkte des Monats April

Was die letztens beschriebene ungeliebte Reklametafel an der Kreuzung Schützenstrasse/Pinkafelderstrasse betrifft, kann ich Ihnen heute noch keine Neuigkeiten liefern, bin aber selber sehr gespannt, ob unser Bürgermeister dem Aufsteller der geschmacklosen Hässlichkeit die Wadln viari g’richtet hat. Darüber hinaus darf ich das Dämmerschoppen des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins Aschau am 28.April ankündigen, zu dem ich gestern in meiner Funktion als Obmann des hiesigen na-Sie-wissen-schon brieflich eingeladen wurde – gemeinsam mit meinen mir anvertrauten MitgliederInnen.

Es sollte eine ziemlich scharfe Nacht werden. Nicht nur, dass das „Trio 2000“ musikalisch für Stimmung sorgen wird, sondern es ist, so steht’s jedenfalls auf der Einladung, „für Speise und Getränke bestens gesorgt“ und es gibt „viele wertvolle Warenpreise“ zu gewinnen. Höhepunkt und Hauptpreis: 1 Damenfahrrad von 2-Rad Fassl, Pinkafeld. Und das alles powered by Raiffeisenbank Oberschützen.

So, das sollte Anreiz genug sein. Beginn: 18 Uhr. Ende: Nie

Das wird für mich auch der Höhepunkt des Monats April sein, außer vielleicht dem 12.d.M., an dem ich die BEGAS zum Service meiner 25 Jahre alten Gastherme erwarte. Am 30. ist dann noch Restmüll und am selben Abend Verschönerungsvereinssitzung beim Mostschank Unger, wo von 19 bis 22 Uhr die beiden Pflanztermine für die Sommerblumen am Hauptplatz ausgeschnapst werden. Sie kennen das vielleicht: Es interessiert einen ja so sehr, wer wann warum keine Zeit hat.

Ich selbst hoffe zu solchen Terminen immer mit Auslandsaufenthalten auftrumpfen zu können. Zuerst lässt man die anderen zäh verhandeln, wenn nach 1 ½ Stunden schließlich Einigung über einen Termin erzielt wurde, lässt man dezent „….bin in Amerika, tut mir furchtbar Leid…“ fallen. So bleibt man interessant und entzieht sich zugleich elegant der Verantwortung.

Schlimmstenfalls muss man sich mit Konzerttourneen, Studioterminen oder Probearbeiten retten. Wenn nichts davon zutrifft (und belügen würde ich meine Mädels nie), dann ist man eben generell beruflich verhindert. Aber das ist schon so lahm, dass ich es als unter meiner Würde erachte, auf diesem Niveau zu agieren. Aber bisher hat sich immer noch irgendein wichtiger Termin ergeben…

Eine Niederlage von 2,5×4 Metern

Upsss – jetzt war ich ein bissl länger weg. Sollten Sie, wie Frau Neubauer, stutzig geworden sein und glauben, ich hätte es aus taktischen Gründen getan, dann liegen Sie, soviel darf ich Ihnen versichern, absolut nicht richtig. Ich war nur eben umständehalber 4 Tage offline. Keine Mails, kein Bloggen, gar nichts.

Dafür hatten Sie Gelegenheit, Hickersberger sein Lied zu memorisieren, und ich hatte Gelegenheit, in Linz die Botschaft vom Südburgenland und seinen wunderbaren Menschen, den Weinen, den Grammelpogatscherln und den Kanufahrten auf der Raab mit Gerald Feuchtl und Csilla Tschank zu verbreiten. Die Linzer haben sich total gefreut, dass das Südburgenland sie besucht und beschmankerlt hat, ich habe mich gefreut, ein paar Kabarettshows zu spielen und den Rest der Nacht mit den Granden der südburgenländischen Tourismus-Branche abzuhängen. Außerdem habe ich vier Schafe in Ostfriesland gekauft. Aber darüber ein andermal…

Oberschützen, die Stätte meiner Residenz, hat inzwischen wieder sehr an Attraktivität gewonnen. Bei der Kreuzung Schützenstrasse/Pinkafelderstrasse hat ein Stil-Gourmet aus Grafenschachen auf seinem Grundstück eine riesige Plakatwand positioniert, die für Ladies-Nights und Happy-hours in einer Discotheque wirbt. Nachdem ich das erste Mal daran vorbeigefahren war, berichtete ich meinem Notar sofort am Telefon von dieser ortsbildlichen Niederlage im Ausmaß von 5×8 Metern. Nachdem ich das nächste Mal vorbeigefahren war, musste ich feststellen, dass es sich lediglich um eine Niederlage von 2,5×4 Metern handelt. In meiner Phantasie war dieses Monster des schlechten Geschmacks gleich auf’s Doppelte angewachsen. Jetzt bin ich also nur mehr halb so entsetzt.

Der Gedanke an Auswanderung war mir vorübergehend gekommen, doch nach wenigen verwirrenden Augenblicken übernahm wieder die Vernunft die Steuerung meiner Gedankengänge. Wie ich die Reklamebombe entschärfe weiß ich noch nicht, vorläufig helfe ich mir damit, dass ich mir ihren Anblick erspare, indem ich mein Kraftfahrzeug durch die Bruckgasse, statt der Pinkafelderstrasse, in die heimatliche Schützenstrasse lenke. Auf die Dauer wird das aber nicht reichen. Haben Sie eine Idee?

Übrigens: Wenn Sie Lust auf Muffins haben, sollten Sie nach Rust fahren. Georg Schröck, Philosoph, Metal-Musiker und einer der Zwillingssöhne der preiseüberhäuften Weinbäuerin Heidi Schröck, verwöhnt sicher auch Sie gerne mit seinen exzeptionellen Backwaren. Adresse: Rust/See, Hauptplatz 8. Voranmeldung unbedingt notwendig. Wenn das Tor offensteht, ist auch jemand da. Wenn’s gerade keine Muffins gibt, fragen Sie einfach nach Wein. Oder berufen Sie sich auf mich, dann gibt’s vielleicht doch Muffins.