Ich tue heute das, was meine Omi bis zu ihrem 100sten Lebensjahr wohl täglich getan hat: Ich gönne mir abends ein Bier. Nicht weil ich glaube, dass ich deshalb auch so alt werden könnte. Im Falle meiner Omi gab es Bier üblicherweise zum Nachtmahl während der „Zeit im Bild“. Ich selber enthalte mich solch harter Drogen (wie der „ZiB“) und genieße den goldnen Trunk jetzt, nach getaner Arbeit im 4 ½-Stern „Superior“ Hotel, von wo ich eben erst heimgekehrt bin. Ich hoffe, dass mein Spiel und mein Gesang heute auch „Superior“ war.
Für Fernsehen, das wissen meine Freundinnen, hab’ ich keine Zeit. Dafür steht in meiner bescheidenen Küche ein Radio aus einer Zeit, als diese vorne noch mit Städtenamen versehen waren (was ich nie ganz verstanden hab’) und dazu gibt’s in meiner Einbauküche dank der Firma Tischlerei Ing. Manfred Kirnbauer, seit einem Jahr – Sensation! – eine Spülmaschine. Ja, bei uns kommt die Spülmaschine aus der Tischlerei.
Aus dem Radio erfahre ich, in welchem fernen Land gestern ein Erdrutsch stattgefunden hat und wo der Terror gerade Station macht. Ich darf Sie beruhigen: Hier in Oberschützen ist zur Zeit alles friedlich. Zum Glück sind wir hier nämlich nicht so wichtig wie wir uns nehmen – und daher ist Reisen mit Dr.Richard und Jürgen Blaskovits (Busunternehmer aus Stinatz und mein Sitznachbar im 5.Gym) noch eine verhältnismäßig sichere Angelegenheit (verglichen mit der pakistanischen Südburg zum Beispiel, wo’s teilweise eher brenzlig ist).
Apropos Spülmaschine: Nicht dass Sie jetzt glauben, ich würde mich deshalb nicht mehr über Essenseinladungen freuen. Das vergangene Jahr war in dieser Hinsicht nur ein Teilerfolg. Höchstens zweimal pro Woche hatte ich fixe Mittagseinladungen, den Rest der Zeit musste ich improvisieren.
Davon abgesehen war das vergangene Jahr (und ich denke, wir dürfen vorsichtig mit einer Rückschau beginnen) über und über gefüllt mit positiven Ereignissen wie Wirtschaftswachstum, Technologiezentrumseröffnungen, Spatenstichen für Siedlungsbauten, Gemeinderatswahlen – und mein Nachbar hat einen neuen Renault (Gott sei Dank nur ein Renault. Stellen Sie sich vor, es wäre ein Deutscher. Ich müsste glatt ein Upgrading des eigenen Fuhrparks in Erwägung ziehen).
Eine intensivere Rückschau auf 2007 erscheint demnächst hier.